[Teigtaschen international] Polnische Piroggen

von Carolin

Ständig hört man von Leuten mit polnischen Omas, die richtig gut kochen können. Wenn die eigenen Omas nicht polnisch kochen – wie bei mir – dann muss man halt mal selbst ran und schauen, was die beliebten Pierogi denn so können. Schwierig finde ich es allerdings schon, wenn man etwas kocht und eigentlich gar nicht weiß, wie es denn schmecken soll. Im Vorfeld meiner Piroggen-Aktion habe ich mir darum Fertigpiroggen aus dem Kühlregal gekauft – und war total enttäuscht. Die schmeckten nach gar nichts. Wirklich.

Vegetarische Kartoffel-Schichtkäse-Füllung für Piroggen

Piroggen sind Teigtaschen, die in Polen besonders populär sind. Bekannt und berühmt sind sie aber auch in Russland oder der Ukraine. Ich habe mich für eine ganz klassische Füllung meiner Pierogi entschieden, nämlich für Kartoffel-Schichtkäse, das sind dann “Pierogi ruskie”.

Schichtkäse – was ist denn das?

Schichtkäse ist ähnlich wie Quark, wird aber anders abgeschöpft, wenn ich das richtig verstanden habe. In Deutschland benutzt man ihn gar nicht so häufig, viele Leute backen aber gern ihren Käsekuchen mit Schichtkäse. Angeblich ist dann die Konsistenz irgendwie besser. Schichtkäse ist jedenfalls fester als Quark, so viel kann ich sagen.

Rezept für vegetarische Piroggen mit Kartoffel-Schichtkäse-Füllung

Ich hab ihn bei uns im Supermarkt in der Nähe vom Quark gefunden, nicht beim Käse oder Frischkäse.

Piroggenteig selber machen

Spannend sind für mich bei meinen Teigtaschenexperimenten immer die Teige für die Teigtaschen. Die Piroggen kommen in einen ganz einfachen Teig mit Ei, der wirklich auf Anhieb eine Top-Konsistenz hatte! Alle Zutaten haben sich direkt richtig gut verbunden und eine tolle Teigmasse ergeben.

Den Teig kann man super kneten und ausrollen, er zieht sich zwar ein wenig zusammen, aber das passt schon. Auch das Füllen und Verschließen klappt super, weil er durch das Ei und das Öl mit etwas Druck echt gut zusammenhält.

Rezept für polnische Piroggen » Pierogi komplett selbermachen mit Teig und Füllung

Pierogi ruskie Rezept

Die polnischen Piroggen mit dieser Füllung heißen “Pierogi ruskie“. Ursprünglich dachte ich, das “ruskie” käme von “russisch”. Ich wurde aber in den Kommentaren belehrt: “ruskie” bezieht sich auf eine Region in Osteuropa, das vom Volk der Rus bewohnt wurde.

So einfach macht man sie:

Rezept drucken
Polnische Piroggen
Vegetarische Pierogi aus Polen selber machen
Portionen
Stück
Zutaten
Für den Teig
  • 280 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Ei
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Öl
Für die Füllung
  • 500 g Kartoffeln mehligkochend
  • 1 Speisezwiebel
  • 1 EL Butter
  • 200 g Schichtkäse gibt's im Kühlregal beim Quark
  • 1 TL Salz
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Paprikapulver
Portionen
Stück
Zutaten
Für den Teig
  • 280 g Weizenmehl Type 405
  • 1 Ei
  • 100 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Öl
Für die Füllung
  • 500 g Kartoffeln mehligkochend
  • 1 Speisezwiebel
  • 1 EL Butter
  • 200 g Schichtkäse gibt's im Kühlregal beim Quark
  • 1 TL Salz
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1/2 TL Paprikapulver
Vegetarische Pierogi aus Polen selber machen
Anleitungen
Füllung zubereiten
  1. Am Vorabend die Kartoffeln schälen und ca. 30 Minuten kochen.
  2. Die Zwiebeln fein hacken und in der Butter andünsten. Beides abkühlen lassen.
  3. Am nächsten Tag die kalten Kartoffeln stampfen und mit Zwiebeln, Schichtkäse und den Gewürzen zu einer Füllmasse vermischen.
Teig zubereiten
  1. Für den Teig das Ei verquirlen und mit Salz, Wasser und Öl in eine Schüssel mit dem Mehl geben.
  2. Gründlich zu einem glatten Teig verkneten (mit der Hand ca. 10 Minuten, mit der Küchenmaschine ca. 5 Minuten).
  3. Den Teig vierteln. Auf ca. 2mm Stärke ausrollen und Kreise ausstechen. 1TL der Füllung in die Mitte geben, dann verschließen. Der Verschluss hält durch das Ei im Teig auch so, sonst hilft Wasser.
  4. In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Hier die Piroggen in Schüben für etwa 3 Minuten kochen. Wenn sie an die Oberfläche steigen, sind sie gar. Abschöpfen und mit gebratenen Zwiebeln, ggf. auch saurer Sahne und Schnittlauch servieren.
Rezept Hinweise

Von der Füllung war bei mir am Ende noch ganz schön viel übrig. Macht entweder mehr Teig oder esst sie - wie wir - einfach als Kartoffelsalat.

Piroggen vegetarisch

So, die fertig gekauften Piroggen schmeckten ja nach nichts. Was ist jetzt mit meinen selbstgemachten?

Vegetarische Pierogi aus Polen selber machen

Ich gebs ehrlich zu: Sie waren gut gemacht, aber einfach nicht mein Geschmack. Kartoffeln und ich sind eh nicht die allerbesten Freunde – und irgendwie war mir das einfach zu viel. Möglicherweise auch, weil ich so mehrere Tage hintereinander Piroggen gegessen habe und das einfach zu viel war.

Eigentlich war alles super. Die Konsistenz war gut, die Füllung war gut … nur ich war jetzt nicht total begeistert.

Na, zwei Teigtaschen haben wir in diesem Jahr ja noch. Mal sehen, was es wird und wie mein Fazit ausfällt!

Polnische Piroggen gefüllt mit Kartoffeln und Schichtkäse » einfaches Rezept für Pierogi Ruskie

19 Kommentare
1

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19 Kommentare

Gabi 26. Oktober 2018 - 10:50

Ich liebe die – und das “einfache” an Geschmack finde ich gerade toll – flüssige Butter drauf und viele Zwiebeln… Danke fürs Ausprobieren 🙂

Antworten
Carolin 26. Oktober 2018 - 11:48

Viele Zwiebeln brauchte ich auf jeden Fall 😀 Mir hat auch das Paprikapulver daran gut gefallen, dann waren sie geschmacklich nicht mehr “nichts”. Die gekauften waren halt echt so neutral wie Esspapier 😉

Antworten
Sandra 16. Dezember 2018 - 21:08

Hey Caro,

toll, dass du dich auch ohne polnische Wurzeln an die Pierogi getraut hast. Schade, dass sie nicht ganz dein Fall waren. Und die tiefgefrorenen sind wirklich schrecklich. In schlesischen Einkaufsläden gibt es häufig auch frische. Die sind auf alle Fälle um einiges besser; besonders mit der süßen Variante mit Heidelbeeren kann man nicht viel Falsch machen. Besonders lecker finde ich die Süßen angebraten (s. Tipp) mit Puderzucker und einem Schuss Sahne.
Ich hätte noch einen Tipp für dich in der Zubereitung: Du kannst die Pierogi einfach in der Pfanne anbraten ohne sie vorher zu kochen. Meine Schwester hat das mal ausprobiert, weil sie das in nem total bekannten polnischen Restaurant in Düsseldorf gegessen hat. Das hat nen total tollen crunch. Wir machen am liebsten einen feingeschnittenen Tomaten-Feta-Zwiebel Salat (mit etwas Zitronensaft und frischem Pfeffer und Salz gewürzt) dazu.
Und eine tolle andere Füllung ist auch Champignons, Zwiebeln und Sauerkraut.

Liebe Grüße und frohe Weihnachten,

Sandra

Antworten
Carolin 22. Dezember 2018 - 10:26

Hallo liebe Sandra,
die süße Variante sagt mir doch auf Anhieb so richtig zu!
Gut zu wissen, dass die Pierogi generell auch direkt in der Pfanne gelingen, so mach ichs nämlich auch immer mit Gnocchi und Tortelloni 😉
Champignons, Zwiebeln und Sauerkraut kann ich mir auch gut vorstellen … vielen Dank für die Tipps!

Dir auch frohe Weihnachten und liebe Grüße!

Antworten
Sarah 13. Mai 2019 - 7:02

Sie kommen nicht aus Russland, du solltest dir das mal genauer durchlesen vlt bei Wikipedia oder so, ich bin Polin und weiß das ? aber sonst ganz gut

Antworten
Carolin 13. Mai 2019 - 7:20

Hallo Sarah, vielen Dank für den Hinweis. Ich habe mich beim Schreiben des Rezeptes bereits belesen. Gerade beim Essen gibt es ja lange Traditionen, bei denen Ländergrenzen nicht unbedingt eine Rolle spielen. Als die Pieroggen “erfunden” wurden, war die geografische Aufteilung sicher auch noch anders, sodass ich diesbezüglich gar nicht streiten will.
Liebe Grüße!

Antworten
Paula 29. August 2019 - 22:14

Mein Favorit sind und bleiben die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Sauerkraut. So wie ich es von meiner Omi kenne, die in Polen aufgewachsen ist.

Antworten
Carolin 1. September 2019 - 9:07

Oh, das klingt ja auch spannend! Sauerkraut ist sonst nicht so meins, aber in Piroggen könnte ich es mir gut vorstellen … Danke für den Hinweis!

Antworten
Ursula Lang 27. November 2019 - 21:25

Hallo Paula, ich bin auf der Suche nach Weihnachtsessen. Könntest Du mir das Rezapt schicken von dem Du so begeistert bist. Danke

Antworten
Maja 19. Oktober 2019 - 21:08

Was kann ich denn dazu machen? Probiere ich das erste mal. Man muss ja nicht immer deutsch essen. Gruß Maja

Antworten
Carolin 19. Oktober 2019 - 21:30

Hallo Maja, ich glaube, dass die Pieroggen im Original tatsächlich nur mit einem Klecks saurer Sahne gegessen werden. Ganz firm bin ich darin aber auch nicht.
Ein Stück Fleisch passt aber bestimmt dazu, vielleicht sogar Braten?
Liebe Grüße!

Antworten
Anastasia 12. April 2020 - 13:37

Hallo. Ich komme aus Russland, und da kochen alle diese Piroggen, da heißen die aber Вареники (Wareniki). Als Füllung kommt da Fleisch oder Sauerkraut oder Kartoffeln püriert. Etwas Schmand zum tupfen sollte auch nicht fehlen😊 Schmeckt super lecker! Mögen Erwachsene und Kinder.
Die Polnische Küche ähnelt der Russischer Küche etwas.

Antworten
Carolin 12. April 2020 - 13:56

Hallo Anastasia,
die Sauerkrautfüllung klingt toll! Schmand gibt es dann beim nächsten Mal auf jeden Fall dazu, ganz lieben Dank für deinen Tipp!
Viele Grüße
Caro

Antworten
Andy 5. Mai 2020 - 20:20

Hi,
ich kenne die Piroggen als die Osttiroler Schlipfkrapfen die in jedem Osttiroler Ort etwas anders gemacht werden. Mir schmeckt die einfachste FüllungsVariante mit durchgepressten Kartoffeln, Sahne und viel, viel Schnittlauch am besten. Die Piroggen/Schlipfkrapfen kochen und mit brauner Butter übergießen – keine Zwiebeln kein gar nichts ausser viel kühle Milch dazu …… Ein himmlisches Gericht.

Antworten
Carolin 6. Mai 2020 - 14:58

Hi Andy,
vielen Dank für die Info zu eurer regionalen Version und deiner liebsten Füllung!

Antworten
tomek 13. August 2020 - 12:17

Hallo Caro, ein schöner Artikel! Die “Pierogi Ruskie” kommen aber weder aus Russland noch heissen sie übersetzt “Russische Pierogi”. “Ruskie” kommt von “Rus”. Die Rus ist ein Landstrich der jetzt zur Ukraine gehört und vor dem Zweiten Weltkrieg zu Polen gehört hat. Es ist also einfach eine regionale Art der Pierogizubereitung aus dieser Gegend, die in den fünziger Jahren auch ganz Polen erobert hat. Viele Grüße! Tomek

Antworten
Carolin 13. August 2020 - 12:51

Hallo Tomek,
vielen Dank für die Aufklärung! Da habe ich mich wohl von anderen Quellen irreleiten lassen.
Herzliche Grüße
Caro

Antworten
Anna Konermann 5. September 2020 - 18:05

Hallo,
Ich komme aus Polen und bei uns werden die Pierogi mit Pflaumen gemacht. In den Runden Teig kommt eine halbe Pflaume. Dann werden sie ca 10 Minuten gekocht und mit zerlassener Butter und Zucker gegessen.

Vielleicht wäre diese Variante was für dich.

Gruß aus dem Münsterland

Anna

Antworten
Carolin 9. September 2020 - 15:25

Hallo Anna,
vielen Dank für den tollen Tipp – das klingt wirklich nach einer Variante, die mir gut schmecken könnte!
Herzliche Grüße ins Münsterland (da bin ich aufgewachsen, also besonders liebe Grüße!)
Caro

Antworten

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