Fazit: 60 Tage vegan

Fazit 60 Tage vegan

Am ersten Februar holte mich mein Mann mit dem Auto von der Arbeit ab und fragte:

Was hältst du davon, wenn wir ab heute 60 Tage vegan essen?

Um ehrlich zu sein, war ich in dem Moment so überrumpelt, dass ich einfach zugestimmt habe. Wir fuhren also direkt in den Biomarkt, um eine Grundausstattung zu kaufen – mein Mann hatte sich nämlich schon fleißig informiert und ich machte einfach mit.
Die 60 Tage Vegan for Youth Challenge von Attila Hildmann sollte es für uns sein.
Das Buch haben wir als eBook erstanden (kann ich nicht empfehlen – Rezeptbücher als eBooks sind unpraktisch, weil „einfach mal durchblättern eben nicht geht) und am nächsten Morgen direkt losgelegt.

Gesünder sollte man in den 60 Tagen werden. Schlanker und fitter. Sich „jünger“ fühlend.

Dafür galt:

  • Keine tierischen Produkte.
  • Kein Alkohol.
  • Kein raffinierter Zucker.
  • Mehrmals die Woche Sport
  • Täglich meditieren
  • Kein Essen nach 19 Uhr

Und so sind wir motiviert in die Challenge gestartet, denn den durchschnittlichen Gewichtsverlust der Teilnehmer von 7 kg wollten wir schon haben.
Ich ging mit 81,3 kg in die Challenge.

Vorab kann ich sagen: Bis heute sind 7,5 kg runter.

Vegan essen – Herausforderung oder Routine?

Letztlich ist es nicht schwierig, vegan zu kochen.
Schwieriger ist es, Nährstoffe gezielt im Essen unterzubringen.
Nudeln mit Tomatensoße sind vegan. Chips sind auch vegan. (Außer die leckeren Sour Cream and Onion … war ja klar!)
Um der Challenge gerecht zu werden, haben wir aber in der ersten Woche fast ausschließlich aus Vegan for Youth gekocht.
Ich gebe zu: Das hat mir nicht immer optimal geschmeckt.

In der zweiten Woche habe wir dann angefangen, in anderen Rezeptbüchern zu suchen. Wir haben die Slowly Veggie gekauft, die ich unglaublich toll finde, und einfach ein wenig ausprobiert.

Mit der Zeit wurde es viel einfacher, vegan zu kochen und einzukaufen.

Klar, ein paar Rückschläge waren dabei. Mal wurden wir nicht satt, mal ist meine Metaxasoße mit Hafer“sahne“ total geflockt.

Abends haben wir in den ersten vier Wochen gar nichts gegessen und haben uns damit total gut gefühlt. Mittlerweile gibt es abends oft eine Kleinigkeit – manchmal auch nach 19 Uhr.

Frühstück – für einen guten Start in den Tag

Ich habe immer schon gefrühstückt. Ohne Frühstück werde ich spätestens gegen 11 unausstehlich.
Früher waren es die berühmten Zerealien (Smacks!), Müsli oder Toast.
In den letzten Jahren haben wir das Frühstücken allerdings vernachlässigt. Schön morgens vorm PC n Brötchen geschmiert und nebenher gegessen.

Mit der veganen Ernährung haben wir dann das Frühstück zu unserem morgendlichen Ritual auserkoren.
Es gibt Haferflocken, Hirse oder Milchreis, dazu Obst und Nüsse. Manchmal etwas Zimt oder eines der lustigen Pulver, die man heutzutage bekommt.

Ich mag es total gerne, hier neue Kombinationen auszuprobieren, das sieht man vermutlich auch auf meinem Instagramprofil.

Kein Erfolg ohne Misserfolg

Wenn man ganz genau nachrechnet, haben wir die 60 Tage noch nicht geschafft.
Das wäre nämlich erst morgen.
Warum ich jetzt schon ein Fazit ziehe?

Weil wir „abgebrochen“ haben. Nach 54 Tagen.

Für ist nun klar, dass wir uns weiterhin vor allem vegan ernähren möchten. Aber nicht immer.

Ich liebe die fantastischen Anregungen, die das vegane Essen mir gegeben hat und ich fühle mich wahnsinnig gut.
Ich habe es aber satt, ständig die Zutatenliste von alles und jedem kontrollieren zu müssen, weil irgendwo in einer Tomatensoße doch noch Milchbestandteile verarbeitet sein könnten.

Ich möchte auch mal im Restaurant essen können, ohne alles „ohne“ zu bestellen.

Ich will mein Leben nicht der Ernährung unterordnen.

Trotzdem kann ich jedem dieses Experiment empfehlen: Vegan essen fordert die Kreativität und die Lust am Kochen. Bei gleichzeitig mehr Obst, Gemüse und Bewegung kann daraus ein tolles Körpergefühl entstehen.

0 Gedanken zu “Fazit: 60 Tage vegan

  1. Interessantes Fazit! Ich kann das schon verstehen, denn mit "etwas" veganer Ernährung ist man doch freier was seine Ernährung angeht.
    Dann hat Dir das Experiment ja wirklich was gebracht. 🙂

    Liebe Grüße und schönes Wochenende,
    Anna

  2. Finde ich eine tolle Einstellung! Ausschließlich vegan zu essen ist ziemlich stressig. Gerade wenn man essen geht – und es ist nicht nur unangenehm alles "ohne" zu bestellen, sondern macht ja auch keinen Spaß…
    Aber ist ja lustig, dass dein Freund das eigentlich angefangen hat. Auf so eine Idee würde mein Freund NIEMALS kommen, denn der braucht zu allem Fleisch -.-

  3. Ein sehr interessanter Bericht. Und die paar Tage sind dann ja auch nicht wichtig. Und du hast mich auch etwas angefixt. Zwar koche ich zu Hause nicht nur vegan, aber vegetarisch ist es dann doch und ich probiere dadurch auch viel mehr aus.Dann gehen wir nächste mal Burger essen! 😉

  4. Na ja, "etwas" ist untertrieben 😉 Wir achten weiterhin darauf, vor allem vegan zu essen, aber eben nicht mehr so krass. Wenn sich echte Sahne in ner Soße besser macht, kommt die eben rein.
    Ich hab gestern mal Mozzarella gekauft und war elendig enttäuscht … den hatte ich irgendwie besser in Erinnerung 😀

  5. Danke!
    Ja, gerade auswärts sinnvoll vegan zu essen, kann echt anstrengend sein. Als wir mal Pizza bestellt haben, hat mein Mann eine ohne Käse genommen und ich bin bei normalen Pizzabrötchen und Kartoffelspalten hängen geblieben ^^

  6. "Halb-Vegetarierin" klingt gut. Weil das Frühstück ohne Fleisch ist? 😉
    Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute mit komplett vegan gut leben können, aber mir ist das zu restriktiv. Macht trotzdem Spaß 😀

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