Mensaessen: Traum oder Albtraum?

von Carolin
Essen ist gut, Essen ist schön. 2012 habe ich bereits einen Fazit zum Osnabrücker Mensaessen gezogen:
Nach mittlerweile fünf Jahren Studium und zwei Abschlüssen kann ich mehr sagen zu:

Mensaessen: Traum oder Albtraum? 

Ich kann mich hier zugegebenermaßen nur auf die Erfahrungen der Schlossmensa in Osnabrück berufen – ich habe weder in anderen Städten studiert, noch dort gegessen, noch die anderen Mensastandorte der Osnabrücker Hochschulen ausprobiert. Trotzdem kann ich für diese eine Mensa ein umfassendes Fazit ziehen – immerhin habe ich sehr regelmäßig dort gespeist.

Preise

Mensaessen ist billiger als woanders essen. Denn Mensaessen wird durch das Land (hier: Niedersachsen) bezuschusst. Darum kann es auch nur an eingeschriebene Studenten so günstig verkauft werden. In Osnabrück bekommt man eine Mahlzeit ab 1,00 Euro (Eintopf). Hauptkomponenten kosten im Regelfall zwischen 1,40 Euro und 2,20 Euro. Die Beilagen gibt es zwischen 25 und 40 Cent und Nachtisch kostet im Regelfall um die 50 Cent.
Ein großer Salatteller kostet 2,20 Euro, eine Portion Pommes mit Mayo etwa 75 Cent (diese beiden Sachen gibt es jeden Tag).

Auswahl

Manchmal veranstaltet die Mensa besondere Wochen – die Bayrische Woche, die Dessertwoche, die Apfelwoche, aber ansonsten gilt: es gibt einen Eintopf (manchmal vegetarisch), Salat und Pommes. Dann eine vegetarische und eine fleischhaltige Hauptkomponente. Manchmal gibt es zusätzlich noch vegane Dinge. Die Beilagen ansonsten sind auch vegetarisch – hier gibt es täglich drei Gemüse-/Salatbeilagen und zwei Stärkebeilagen (also Kartoffeln, Nudeln, Reis oder deren Ableger).
In Osnabrück kann man sich alles nach Belieben zusammenstellen. Man kann eine Hauptkomponente nehmen – oder beide oder keine, man kann so viele Beilagen nehmen, wie man möchte und ist eben nicht an bestimmte Kombinationen gebunden.
Seit dem letzten Semester gibt es auch die Pastabar, dort gibt es jeden Tag unterschiedliche Nudelsorten und zwei Soßen – eine vegetarisch, die andere fleischhaltig. Dazu gibt es ein Topping-Buffet, von dem man sich nachher so viel (Parmesan, Pesto, Paprika, Tomate, Sonnenblumenkerne – die Auswahl wechselt) auf seinen Teller nehmen kann, wie man mag. Der Spaß kostet 2,60 Euro.

Wartezeit

Am Anfang des Semesters sollte man die Stoßzeiten (11:45 Uhr und 13:30 Uhr) meiden, ansonsten geht es mit den Schlangen. Sitzplätze sind im Regelfall auch ausreichend vorhanden.

Geschmack

Was nützt mir relativ günstiges Essen, wenns nicht schmeckt?
Ich persönlich bin sehr wählerisch und mag viele Dinge nicht. Trotzdem hab ich in der Mensa bislang noch immer etwas gefunden, das ich gegessen habe. Man kann Sachen ja auch zum Teil ohne Soße nehmen … Das Essen in der Schlossmensa in Osnabrück ist zum Großteil in Ordnung, teils lasch gewürzt – aber durch die Gewürzauswahl am Ende kann man das selbst beheben.
Fleischgerichte sollte man sich im Idealfall vorher auf dem Teller anderer Menschen angucken und von Schweinegeschnetzeltem Abstand nehmen (denn dort war bislang vor allem Fett zerschnetzelt). Die Pommes sind in Ordnung, die Eintöpfe meist gut. Nudeln sind generell sehr weich. Für Menschen, die gern Soße mögen, ist es zu wenig – für Menschen, die nur kurz dippen, ist es zu viel.
Wenn ich in die Mensa gegangen bin, hab ich immer was gegessen und es ging mir nachher nie schlecht. Ist also in Ordnung.

Gesamtfazit

Wenn man die Zeit hat, kann man Zuhause billiger kochen. Mensa ist zwar deutlich günstiger als die meisten anderen Anbieter in Städten, aber wenn man für eine Portion Nudeln mit Soße 2,60 Euro bezahlt, geht das Zuhause billiger.
Wer allerdings nur die halbe Stunde zwischen zwei Seminaren hat, wird in der Mensa sicher fündig.
Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Gefühl nicht loswerde, dass es vor fünf Jahren dort deutlich besser geschmeckt hat. Seit ständig auf vegan, laktosefrei, glutenfrei etc. geachtet wird, bin ich immer häufiger nicht hin gegangen, weil mir die Essensauswahl nicht gefallen hat. Als sie plötzlich den “vegangen Donnerstag” hatten (irgendwann Anfang des Jahres), bin ich aus Protest nicht hingegangen. Ich muss nicht jeden Tag Fleisch essen, hab aber gerne die Wahl.
Und der Qualitätsverlust ist vielleicht auch anderen aufgefallen: immerhin gab es seit Jahren kein “goldenes Tablett” mehr …
Trotzdem ist unsere Mensa – nach dem, was ich von woanders gehört habe – echt in Ordnung. Geht schon!

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Jasmin Ra 30. April 2015 - 7:23

Hallo Caro,

ja die liebe Mensa. Das ist wohl an jeder Uni so ein Thema für sich. Streng genommen muss ich hier unsere Mensa in Passau wirklich loben. Im Regelfall schmeckt das essen, es ist reichlich und relativ günstig. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Beispielsweise Fleischpflanzerl (Frikadellen, Buletten). Grausig. Das war ein Essen, dass ich beim besten Willen nicht herunter bekommen habe. Die Pflanzerl schwimmen dabei in einer Art Rahmsauce, dazu gibt es Kroketten. Geht gar nicht. Also wirklich, es geht einfach nicht. Man kann das nicht essen. Einmal gekauft und nie wieder. Dann gab es irgendwann mal an der Selbstbedienungstheke Kartoffelspalten mit Gemüse und dazu eine ganz undefinierbare, helle Sauce. Das war auch ein Desaster.

Meist schwimmen die Nudeln im Fett oder Butter, damit sie nicht zusammen kleben. Aber daran gewöhnt man sich. Auch sind Saucen gerne sehr gut gesalzen. Auch das kann man irgendwann ab.

Es gibt aber auch Gerichte die wirklich sehr lecker sind. Die Burger zum Beispiel. Fabelhaft lecker! Oder auch Schweinebraten. Sehr gut! Man kann also nicht pauschalisieren.

Ich habe aber auch schon Berichte von anderen Mensen gehört, holla die Waldfee, da ist unsere ein 5 Sterne Restaurant dagegen 😀 Aber da ist dann immer natürlich die Frage, wie viel Wahrheit in solchen Berichten im Kern dann wirklich noch übrig bleibt. Gerade beim Essen ist viel einfach sehr subjektives Empfinden.

Viele Grüße,

Jassy

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